Weinbaugebiet Côte de Beaune

Das Weinbaugebiet Côte-de-Beaune erstreckt sich rund um die Stadt Beaune in Frankreichs Region Burgund (Bougogne) und ist zugleich Zentrum des Weinbaus in der Côte-d’Or. Die Wein-Anbaugebiete der Côte de Beaune-Weine liegen im südlichen Teil der Cote d’Or. Generell ist die Côte de Beaune der südliche Teil der Côte-d’Or, einem Weinanbaugebiet im Burgund (vignoble de Bourgogne). Weine aus dem Weinbaugebiet Côte de Beaune sind somit Burgunderweine – Vins de Bourgogne.

In der Appellation Côte-de-Beaune befinden sich drei Teilbereiche: Der nördliche Teil der Côte de Beaune beginnt unterhalb der Côte de Nuits nördlich von Beaune bei Corgoloin und umfasst neben Corgoloin die Gemeinden Ladoix-Serrigny, Aloxe-Corton, Pernand-Vergelesses, Chorey-les-Beaune und Savigny-lès-Beaune. In dieser Gegend produziert man hauptsächlich Rotwein aus Pinot Noir. Die Gegend südlich von Beaune mit den Gemeinden Pommard, Volnay, Monthelie, Auxey-Duresses bis Meursault sowie Puligny-Montrachet sind berühmt für beste Weißweine aus der Rebsorte Chardonnay. Noch weiter im Süden in den Gemeinden Chassagne-Montrachet, Santenay, Cheilly-lès-Maranges, Dezize-lès-Maranges und Sampigny-lès-Maranges dominieren wieder Rotweine.

Die besten Weinlagen, so genannte Grand Cru Lagen der Côte de Beaune sind die Weine von Bâtard-Montrachet, Bienvenues-Bâtard-Montrachet, Charlemagne, Chevalier-Montrachet, Corton, Corton-Charlemagne, Criots-Bâtard-Montrachet und Montrachet. Wer aus Deutschland in die Weinbau-Region Côte-de-Beaune fahren möchte, kann am einfachsten vom Elsass aus über die gut ausgebaute Autobahn anreisen. In Beaune kreuzen sich zwei wichtige Autobahn-Verbindungen: Die E15 führt nach Lyon im Süden, während die E 60 von Mulhouse im Elsass aus nach Beaune führt.

Der Weinbau an der Côte-de-Beaune wurde bereits zur Zeit der Römer begründet, die die Gegend Pagus Arebrignus nannten. Unter den germanischen Invasionen der Völkerwanderung ging die Kultivierung der Reben und der Weinertrag stark zurück. Zur Zeit Karls des Großen (geb. 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814) war das Weinbaugebiet nur noch in Bruchstücken erhalten. Heute trägt jedoch eine Grand Crus Lage in Côte-de-Beaune mit bestem Wein aus dem Burgund seinen Namen – Charlemagne. Weinkulturen in der nun Burgund genannten Region wurden nur noch von einigen Klöstern gepflegt, die Wein als Getränk und als Medizin nutzten und vermarkteten. Die Weinproduktion der Côte-de-Beaune und des ganzen Burgund erlebte im 14. Jahrhundert durch die Residenz der Päpste im nahen Avignon eine neue Blütezeit, da die Nachfrage nach Burgunderwein erheblich grösser wurde.

In den folgenden Jahrhunderten nahm demzufolge auch der Handel mit burgundischen Weinen stätig zu, die Preise für einen guten Tropfen Burgunder waren zu jener Zeit deutlich höher als die für den sonst üblichen, meist einfachen und sauren Wein. Im 17. Jahrhundert wurden Burgunderweine aus der Region der heutigen Weinlage Côte-de-Beaune als besonders gesund angepriesen. Im 18. Jahrhundert entstanden die ersten modernen Weinhandelsgesellschaften. Die Stadt Beaune gilt als Weinhauptstadt Burgunds. Weitere bedeutende Wein-Anbaugebiete in der Umgebung von Beaune sind neben den Rebflächen der Côte-de-Beaune z.B. Hautes côtes de Beaune, Savigny-lès-Beaune, Pommard und Meursault.

Bei jährlichen Weinversteigerungen der Hospices de Beaune werden die Wein-Preise für die ganze Region festgelegt. Die Versteigerung wird von einem grossen Weinfest in Beaune begleitet, zu dem tausende Besucher, Touristen und Gäste nach Beaune anreisen. Die Gegend erzeugt übrigens neben ausgezeichneten und hundertfach prämierten roten und weissen Jahrgangsweinen der Côte-de-Beaune auch einige der besten Senfsorten (Moutardes). Beaune war in früherer Zeit neben der knapp 50 Kilometer entfernten Stadt Dijon (Côte d’Or) und Meaux (Île de France) eines der wichtigen Zentren der Senfherstellung in Frankreich. Zahlreiche Rezepte der regional-typischen Küche im Burgund haben deshalb als wichtige Zutaten Wein und/oder Senf in veränderlichen Mengen. Marinieren, abschmecken, kochen oder schmoren mit Rotwein hat hier Tradition. Eines der bekanntesten Gerichte mit Rotwein und Fleisch aus dem Burgund ist das Boeuf Bourgignon. Der passende Wein zum Essen (und zum Kochen) wächst direkt vor der Haustür – Rotwein aus dem Weinanbaugebiet Côte-de-Beaune.

Sehenswürdigkeiten in Beaune

Hôtel Dieu: Das Hôtel-Dieu, ein ehemaliges Hospital aus dem 15. Jahrhundert (1422), wurde bis 1971 als Hospital genutzt.
Kirche Notre-Dame: Romanische Kirche, die im Stil der dritten Kirche von Cluny erbaut wurde, mit gotischem Chor und außergewöhnlicher Ausschmückung: Fünfteilige Tapisserien, die aus dem Leben der Jungfrau Maria erzählen. (um 1500 in Tournai nach Vorlagen eines burgundischen Künstlers gewebt
Hôtel des Ducs de Bourgogne: Unweits des Hôtel Dieu - ehemaliger Wohnsitz der Burgunderherzöge in Beaune, heute befindet sich hier das Burgundische Weinmuseum, das der Geschichte des Weinbaus gewidmet ist.
Stadtmauer Beaune: ca. 2 km lang, kreisrunde Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert mit acht Bastionen rund um die Altstadt von Beaune. (in der Rue de Lorraine teilweise Häuser aus dem 16. Jh.)